Fear The Walking Dead – So Close, Yet So Far S01E02 [Review]

Nachdem die Pilotfolge vom Serien Spin-off Fear The Walking Dead ja eher durchwachsen war, nimmt die zweite Folge mit dem Titel „So Close, Yet So Far“ wieder ordentlich Schwung auf. Wir erinnern uns kurz zurück: Travis und Madison konnten von Madisons drogenabhängigen Sohn Nick nach langem hin und her  davon überzeugt werden, dass die Toten nicht mehr tot bleiben und anfangen Jagd auf die (noch) Lebenden zu machen.

Im stimmungsvollen Auftakt der zweiten Episode streift der Schulrektor durch die leere Schule und obwohl man keine direkte Bedrohung sieht, liegt diese doch in der Luft und bleibt für ihn und die Zuschauer spürbar. Auch als Alicia über die Straße zu ihrem Freund läuft und man in der Ferne eine Art Grollen hört (welches sich als eine Gruppe Skateboarder herausstellt), ist die bedrohliche Stimmung gut spürbar. Erst recht als Alicia durch das scheinbar verlassene Haus stöbert und schockiert zurückweicht, als sie auf den erkrankten Matt (ihren Freund) trifft. Dieser bleibt jedoch erstmal außerhalb des Bildes, damit das Kopfkino aus seinem Röcheln und Alicias Entsetzen ein eindringliches Schreckensbild herbei zaubert. Die atmosphärisch gut platzierte Title Card ist auch eine Erwähnung wert, das sie sie tatsächlich Unbehagen in mir ausgelöst hat.

Madison, Travis und Nick wissen mittlerweile, dass eine Katastrophe droht und wollen schnellstmöglich nach Hause. Doch ein Handyanruf von Alicia später erscheinen auch sie in Matts Haus und können Alicia dazu bringen, ihren Freund seinem (für uns Zuschauer offensichtlichen) Schicksal zu überlassen. Herzlos? Ja, aber tatsächlich das einzig Vernünftige was man aufgrund der Umstände tun kann. Wieder zu Hause stellt die Gruppe fest, dass noch nicht alle die Zeichen der Zeit erkannt haben. So planen die Nachbarn gegenüber gerade den Kindergeburtstag mit Hüpfburg und laden auch Madison und Travis zum Kommen ein. Aufklärungsversuche gegenüber den Nachbarn, damit diese sich vielleicht auch noch retten können? Fehlanzeige. In der nahenden Katastrophe scheint sich jeder selbst der Nächste zu sein.

Chris merkt nicht, dass es gefährlich wird.
Chris merkt nicht, dass es gefährlich wird.

Wo man doch mal (fast) die ganze Gruppe beisammen hat könnte man diese doch mal aufsplitten, oder? Genau das machen sie. Travis Argument dafür ist noch recht nachvollziehbar: sein Sohn Chris, geht nicht ans Handy und spielt lieber bei den Aufständigen in der Stadt den Kameramann der Gerechtigkeit. Also schnell losgefahren, Chris nörgelnde Mutter aufgesammelt und dann nichts wie rein in die Höhle des Löwen.

Unterdessen hat Nick starke Entzugserscheinungen. Madison will ihm helfen und versucht ein paar beschlagnahmte Mittelchen aus der Schule zur Linderung zu holen. Sie ringt also ihrer Tochter Alicia, die gerade ihre schwerkranke Liebe alleine zu Hause lassen musste,  das Versprechen ab sich um ihren Bruder zu kümmern und lässt die beiden alleine im Haus zurück. Da geht bestimmt nichts schief.

Tatsächlich geht auch nichts schief, denn obwohl Alicia sich wegschleichen und dabei in Gefahr bringen wollte, kann ein beherzter Kotzer von Nick sie dazu bringen zu Hause zu bleiben. Problem „unvernünftige Tochter“ vorerst gelöst.

Madison ist in der Schule angekommen und trifft dort den Schüler Tobias, der sich in der ersten Folge komisch verhielt und ein Messer dabei hatte. Beide nehmen sich aus der Schule mit was sie brauchen können und stoßen auf den Schuldirektor. Der sieht aber nicht mehr ganz so ansehnlich aus und greift Tobias an, welcher nur durch eine improvisierte Kombination aus Madison + Feuerlöscher mit dem Leben davon kommt. Puh, gerade nochmal gut gegangen. Beide verlassen wieder die Schule und gehen getrennte Wege. Madison kommt wieder nach Hause aber von Travis fehlt noch immer jede Spur. Komisch ist übrigens auch, dass Madison bis dahin recht wenig Probleme damit hat, dass sie Ihrem Boss gerade mit einem Feuerlöscher den Schädel eingeschlagen hat. Vermutlich liegt’s am Adrenalin, denn erst in einem ruhigeren Moment im Bad, kommen ihr erste Tränen und die Gefühle überwältigen sie. Doch ein Anruf von Travis lässt Madison augenblicklich wieder ruhig werden, denn schließlich muss man am Vorabend der vermeintlichen Apokalypse funktional bleiben, da bleibt kein Platz für lähmende Emotionen.

Gewähren Travis Unterschlupf: Familie Salazar
Gewähren Travis Unterschlupf: Familie Salazar

Travis hat übrigens in der Zwischenzeit den Sohnemann gefunden. In den Straßen brachen aber gerade noch größere Unruhen aus. Doch dank der Familie Salazar kommen Travis, seine Ex-Frau und Sohn Nick in deren abgeriegelten Friseursalon unter und werden dort die Nacht ausharren. Fragt sich bloß, ob es da auch sicher sein wird.

Die zweite Folge ist wesentlich spannender als der Pilot. Er muss nicht erst groß Fahrt aufnehmen, sondern hat ein ähnliches Pacing wie die Original Serie. Trotzdem sind Kämpfe mit Untoten, sowie eklige Gore Effekte noch immer die Ausnahme, denn es geht eher darum die Angst und Furcht, die durch die äußeren Umstände produziert werden, anhand der Figuren aufzuzeigen.

Fazit: Dachte ich nach dem Pilot noch, dass Fear The Walking Dead einen gänzlich anderen Ansatz gehen könnte, löst sich dieses Gefühl immer mehr auf, da man sich der Hauptserie annähert. Das ist nicht unbedingt schlecht, aber lässt die Serie langsam an Einzigartigkeit verlieren. Two down, four to go – lasst uns also mal sehen wohin oder besser, wie die Reise weitergehen wird.

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