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Der Geräuschemacher (oder Foley-Artist)

Er ist beim Film die wichtigste Person,
Was wär‘ beim Blitzen ein Donner ohne Ton?
Der schärfste Schuss,
Der schönste Kuss,
Wär‘ ohne Knall doch keine Sensation!

Charles Amberg, „Mein Bruder macht beim Tonfilm die Geräusche“

Wer mal selbst ein kleines Video mit seinem Handy oder einer Kamera aufgenommen hat und dabei nur etwas Wind in der Umgebung gehabt hat, der wird es sicherlich gemerkt haben: der Ton ist nicht zu gebrauchen. Weitaus störender ist das, wenn es sich um Aufnahmen für einen Spielfilm handelt und der Ton der Originalaufnahme aufgrund äußerer Umstände oder um die Dialoge nicht zu übertönen nicht verwendbar ist. Bei Animationsfilmen gibt es ein viel größeres Problem, dort gibt es gar keine Geräusche die entstehen könnten. Und ein Film ohne Geräusche wirkt gespenstisch und unheimlich, eine Stimmung die man nicht bei allen Filmen erreichen möchte. Dann gibt es aber auch noch Fälle in denen es kein Geräusch gibt, weil der Gegenstand komplett fiktiv ist. Ein gutes Beispiel sind hier die Geräusche in Star Wars. Dort mussten die Laser Blaster, Chewbacca und viele andere Geräusche bekommen, was viel Einfallsreichtum für den Geräuschemacher bedeutet.

In all diesen Fällen ist man auf einen Geräuschemacher angewiesen, der die zu hörenden Geräusche mit allen möglichen Mitteln produzieren muss. Im Englischen spricht man dabei von einem Foley-Artist, was auf Jack Foley einen Soundeditor der Universal Studios zurück geht. Dieser begann für Universal an The Jazz Singer (1927) zu arbeiten, dem ersten durchgängig vertonten Spielfilm. Seine Methode wurde bis heute weitestgehend übernommen, selbst der Aufbau eines Foley-Studios ist gleich geblieben. Dieses ist in zwei Räume unterteilt, einer für den Foley-Artist, einer für den Aufnahmeleiter. Der Foley Artist produziert die Geräusche in seinem Raum, welche dort über Mikrofone aufgenommen werden, während der Aufnahmeleiter die Sequenzen vorbereitet und die Aufnahme steuert. Unglaublich interessant, vor allem da einem die Arbeit eines guten Geräuschemachers nicht auffällt.Da lohnt sich auch der Blick darauf, wie das heute in der Praxis abläuft:

 

 

 

 

 

(Bild: 14:35, 30. Okt 2005 M.m.mayer unter Creative Commons share, remix under attribution and share alike)